Kapitel 5 – Sicherheit

Schütze dich vor den häufigsten Angriffen


Als deine eigene Bank trägst du die volle Sicherheitsverantwortung. Das klingt einschüchternd – ist es aber nicht. Die meisten Angriffe sind bekannt und gut vermeidbar, wenn du ein paar einfache Regeln kennst.


Hot vs. Cold Storage

Hot StorageCold Storage
Mit Internet verbundenOffline – kein Internetzugang
Schneller ZugriffMaximale Sicherheit
Für Alltagsbeträge und LightningFür langfristige Aufbewahrung
Software-Wallet auf Smartphone oder PCHardware-Wallet, Paper-Wallet, Steel-Wallet
Risiko: Hack, MalwareRisiko: physischer Verlust, Feuer, Diebstahl

Faustregel: Was du in einem normalen Monat ausgeben würdest, darf in einer Hot Wallet liegen. Alles darüber gehört in Cold Storage.


Backup-Methoden für den Seed

Paper-Wallet (Papier-Backup)

Die einfachste Methode: Seed-Wörter handschriftlich auf Papier. Verwende einen dokumentenechten Stift. Hauptrisiko: Feuer und Wasser. Als erste Sicherungsstufe ideal.

Steel-Wallet (Metall-Backup)

Seed-Wörter in Metall gestanzt oder graviert. Übersteht selbst Hausbrände und Überschwemmungen. Empfohlen für alle, die mehr als ein paar hundert Euro in Bitcoin halten.

  • Cryptosteel Capsule – bewährter Klassiker
  • Seedor Safe Starter Set – günstig und einfach
  • Bitplates – deutsches Produkt
  • DIY: Stahlbeilagscheiben mit Buchstabenstempeln – günstigste Option

💡 Standorte trennen
Bewahre Seed und Hardware-Wallet niemals am selben Ort auf. Wer beides findet, hat alles. Seed zuhause, Hardware-Wallet woanders – oder umgekehrt.


Die häufigsten Angriffe – und dein Schutz

1. Phishing

Gefälschte Websites oder E-Mails, die wie echte Dienste aussehen. Ziel: dein Passwort oder – schlimmer – dein Seed.

  • Bookmarke wichtige Seiten, klicke niemals auf Links aus E-Mails
  • Prüfe URLs genau – Tippfehler-Domains sind häufig (z.B. bltbox.swiss statt bitbox.swiss)
  • Kein seriöser Support fragt jemals nach deinem Seed – niemals, unter keinen Umständen

2. Clipboard-Hijacking

Malware auf deinem Computer ersetzt eine kopierte Bitcoin-Adresse durch eine Adresse des Angreifers. Du denkst, du sendest an dich – und sendest an den Betrüger.

💡 Schutz: Adresse immer prüfen
Vergleiche nach dem Einfügen immer die ersten 6 und letzten 6 Zeichen mit dem Original. Hardware-Wallets zeigen die Adresse auf ihrem eigenen Display – das ist ein wesentlicher Sicherheitsvorteil.

3. Zu gute Angebote

  • „Schick 1 Bitcoin, bekomme 2 zurück" – immer Betrug, keine Ausnahme
  • Prominente, die Bitcoin verlosen – immer Betrug
  • Jemand bietet an, verlorene Bitcoin zurückzuholen – immer Betrug
  • Unbekannte bieten Hilfe bei Bitcoin-Problemen an – immer Betrug

4. SIM-Swapping

Angreifer übernehmen deine Handynummer und umgehen damit SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung.

  • Nutze keine SMS-basierte 2FA für Bitcoin-Konten
  • Verwende eine Authenticator-App: Aegis (Android, Open Source) oder Raivo (iOS)

Weitere Schutzmaßnahmen

  • Passwortmanager: Bitwarden (Open Source) oder KeePassDX
  • Unterschiedliche Passwörter für jeden Dienst
  • Wallet-Apps regelmäßig aktualisieren

FUD – Fear, Uncertainty and Doubt
Medien erklären Bitcoin regelmäßig für tot oder verboten. Auf 99bitcoins.com/bitcoin-obituaries kannst du nachlesen, wie oft das bereits behauptet wurde – und wie oft es falsch war.


Kapitel 6 – Bitcoin vererben